Lehrer*innen-und Multiplikator*innen-Fortbildung Globales Lernen –Schwerpunkt Grundschule und Jahrgang 5/6 – Modul 3

Modul 3
In Kooperation mit dem Weltladen Freising   

Wann? Donnerstag, 4.07.2019 – 14:00 Uhr bis 18.00 Uhr 
Wo?Grundschule St. Lantpert, Kepserstraße 4, Freising 
Anmeldung?Über FIBS (LgID 20517, 962-0/19/4) oder per Mail an hoffmann@weltladen-freising.de 

Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt, die Mindest-Teilnehmerzahl beträgt 15.

Eine Welt im Klassenzimmer-Christoph Steinbrink und Marita Matschke

Globalisierung, Flüchtlinge, ausbeuterische Kinderarbeit, Fairer Handel, Nachhaltigkeit… -viele neue Themen drängen in die Schule. Denken in weltweiten Zusammenhängen, interkulturelle Sensibilität, Fähigkeit zur Teamarbeit… -neue Kompetenzen werden von den Schulabgängern verlangt. Auch in der außerschulischen Jugendarbeit spielen globale Themen eine wichtige Rolle. Globales Lernen ist ein pädagogisches Konzept, das die Fähigkeiten von Schülern und Jugendlichen trainiert, sich in der Weltgesellschaft zu orientieren und verantwortlich zu leben. Lernen Sie bewährte (Unterrichts-)Materialien und eine breite Palette an Methoden kennen. Das Besondere dieses Workshops wird das gemeinsame Ausprobieren sein. So können Sie z.B. verblüffende interkulturelle Missverständnisse aufklären und Ungerechtigkeiten im Welthandel in einem Simulationsspiel selbst erleben. Alle Materialien sind unmittelbar einsetzbar.

Die Referenten

Christoph Steinbrink Lehrbeauftragter für Pädagogik und Globales Lernen an der Ludwig-Maximilians-Universität München; ehemaliger Leiter der Arbeitsstelle Eine Weltam Pädagogischen Institut der Landeshauptstadt München

Marita Matschke Projektreferentin für Globales Lernen beim Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.; als Vertreterin verschiedener NGOs häufig als Referentin und Workshopleiterin in Schulen; Dozentin in der Erwachsenenbildung und Lehrerfortbildung zu Themen der Einen Welt und des Globalen Lernens

Gefördert von Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und aus Mitteln der Evang. Luth. Kirche in Bayer

Lehrer*innen- und Multiplikator*innen-Fortbildung Globales Lernen – Schwerpunkt Plastik – Modul 2

Wann? Freitag, 24.05.2019 – 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr 
Wo?Sonic Jugend- und Kulturhaus Erding, Dorfener Str. 13, 85435 Erding 
Anmeldung?Über FIBS (LgID 20516, 962-0/19/3) oder per Mail an bildungsstation@bags-ev.de 

Die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzt, die Mindest-Teilnehmerzahl beträgt 15. 

Programm

9:00 – 13:00 UhrPlastik – Christoph Steinbrink und Marita Matschke

Wir sind Kinder des Plastozäns: Plastik ist überall, vom Babyschnuller bis zum Rührwerk, von der Quietscheente bis hin zum Auto – nichts scheint mehr ohne Plastik denkbar. In den Weltmeeren findet sich inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton. Von den vielen, darin enthaltenen gesundheitsschädigenden, giftigen Chemikalien gar nicht zu reden, die sich sogar im menschlichen Blut wiederfinden. Anhand von kurzen Filmausschnitten gehen wir auf Spurensuche, überlegen, ob ein „plastikfreies“ Leben möglich ist, reflektieren über didaktische Zugänge zum Thema und prüfen Materialien für den Unterricht, um Schüler*innen für dieses brisante Thema zu sensibilisieren.

13:00 – 13:30 Uhr Gemeinsames Mittagspause

13:30 – 15:00 UhrParcours Meine Plastikwelt© – Carina Bischke

Ziel des Parcours „Meine Plastikwelt©“ ist es, sich mit dem globalen Problem des Plastikmülls auseinander zu setzen. Sieben Stationen laden zum eigenständigen Lernen ein, ein Arbeitsblatt dient der Ergebnissicherung. Der Parcours wird vorgestellt und der Einsatz im Unterricht besprochen. Der Parcours kann über die Bildungsstation von BAGS e.V. ausgeliehen werden.

15:00 – 16:30 UhrPlastikfrei in der Praxis – Kirstin Wolf

Kirstin Wolf und ihr Mann gestalten seit über einem Jahr, mit wenigen Ausnahmen, ihr Leben plastikfrei. Sie machen ihre Kosmetik, Putz- und Waschmittel selbst und vermeiden es, soweit es geht, Lebensmittel und Dinge des Alltags mit Plastikverpackung und Plastikinhalten einzukaufen. Dafür nehmen sie manche Umwege und zum Teil höhere Preise in Kauf und verzichten auch oft auf Dinge. Ihre zahlreichen Erfahrungen und Erlebnisse diesbzgl. wird sie kurz vorstellen und sie wird zudem ein paar Proben ihrer selbsthergestellten Mittel mitbringen, die sie gerne mit Ihnen ausprobiert.

16:30– 17:00 Evaluation/Reflexion

Lehrer*innen- und Multiplikator*innen-Fortbildung Globales Lernen und BNE – Modul 1

Wann? Mittwoch, 10.04.2019 – 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr 
Wo?Mädchen-Realschule Heilig Blut, Heilig Blut 1, 85435 Erding 
Anmeldung?Über FIBS (LgID 20444, 962-0/19/2) oder per Mail an bildungsstation@bags-ev.de 

Die Teilnehmerzahl auf 30 begrenzt, die Mindest-Teilnehmerzahl beträgt 15. 

Drei Herausforderungen bei der Anbahnung/Planung des Globalen Lernens werden bei der Lehrerinnen- und Multiplikatorinnen-Schulung in den Fokus gerückt. Die politischen Forderungen steigen (u.a. durch Agenda-21-Prozesse, SDGs, LehrplanPlus), die Informationen und Materialien im Bereich werden zunehmend unübersichtlich, und die Lehrkräfte müssen entscheiden, welche Inhalte/Kompetenzen/Intentionen ihnen für ihre Schüler*innen wichtig sind.

Die Kurzvideos von UN-Konferenzen (auf der affektiven Ebene) und Inputs zum ökologischen Fußabdruck, den Millenniumszielen und den SDGs (auf der kognitiven Ebene) unterstreichen die Aktualität sowie gesellschaftliche und persönliche Relevanz der Themen des Globalen Lernens/Bildung für nachhaltige Entwicklung. Darauf aufbauend explizieren die Teilnehmenden ihren persönlichen Fokus sowie thematische Anknüpfungspunkte innerhalb des Berliner Modells der Unterrichtsplanung. Daraus ergibt sich die Nachfrage nach Bildungsmaterialien des Globalen Lernens. Anschließend wird eine Vielfalt an Bildungsmaterialien vorgestellt. Der zentrale Input der Fortbildungsveranstaltung stellt sich der Frage, mit welchen Aufgabenstellungen aus entwicklungspolitischen Themen Globale Lernarrangement entwickelt werden können. Anhand dieser und der selbstformulierten Kriterien analysieren die Teilnehmenden abschließend selbstgewählte Bildungsmaterialien und bewerten deren Beitrag zu einer (handlungs-)kompetenzorientieren Didaktik.

Die interaktiv aufgebaute Fortbildung bietet Lehrerinnen und Multiplikatorinnen einen Input zum Ökologischen Fußabdruck und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sowie einen Überblick über vorhandene (und u.a. über BAGS ausleihbare) Bildungsmaterialien zu unterschiedlichen, entwicklungspolitischen Themen. Gemeinsam werden diese Materialien hinsichtlich Lehrplanbezug, Kompetenzorientierung und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht analysiert und bewertet.

Referent*innen

Christoph Koch M. A. & LAss & wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung der Universität Bayreuth


Carina Bischke Bildungsreferentin

Was ist eigentlich fair? – Das Schokoladenspiel

Ziel:
Die Jugendlichen erfahren, wie viel Geld die Kakaobauern an einer „fair gehandelten“ Tafel Schokolade im Vergleich zu einer „normalen“
Tafel verdienen.
Material:
3 Tafeln „normale“ Schokolade (bzw. 72 Stückchen), 3 Tafeln Fair­Trade­Schokolade (bzw. 72 Stückchen (aus Kostengründen können
hier auch nur 3 Tafeln gekauft und dann zweimal verwendet werden); 12 Unterteller; 5 rote beschriftete Klappkarten (wie
Namensschildchen): Kakaobauer, Zwischenhändler, Schokoladenfirma, Verpackungsindustrie, Händler und 5 grüne Klappkarten:
Kakaobauer, Schokoladenfirma, Verpackungsindustrie, Fair­Trade­Händler, Weltladen; Zuckerzange o.ä. (um die Schokolade danach zu
essen)
Beschreibung:
Wie viel die Kakaobauern, die Händler und alle anderen an der Schokoladenproduktion Beteiligten verdienen, lässt sich
anschaulich durch die Aufteilung einer herkömmlich und einer fair gehandelten Tafel Schokolade (große Tafel mit 72
Stückchen od. 3 normale Tafeln) verdeutlichen.
Alternative 1:
Stellen Sie fünf Unterteller auf einen Tisch und ordnen Sie jedem Teller eine rote Klappkarte zu. Fordern Sie die Schüler
zum Schätzen auf: Wie viele der 72 Schokoladenstückchen (= Geld) verdient jeder Einzelne in der Produktionskette?
Halten Sie das Ergebnis an der Tafel fest.
Zeigen Sie nun, wie die wirkliche Verteilung der Schokoladenstückchen bei einer herkömmlich gehandelten, „normalen“
Schokolade ist. Schreiben Sie das Ergebnis neben die geschätzten Zahlen an die Tafel.
Zeigen Sie jetzt, wie die Verteilung bei einer fair gehandelten Schokolade aussieht. Stellen Sie weitere fünf – mit den
grünen Klappkärtchen versehene – Unterteller auf den Tisch und verteilen Sie die Stückchen der fair gehandelten
Schokolade.
Alternative 2:
Anstelle der Demonstration anhand der Unterteller können die Schüler auch in Gruppen aufgeteilt werden. Die Gruppen
sind: Ein Kakao­Kleinbauer, ein Kakaoplantagenbesitzer, Chefs einer Schokoladenfabrik, Betreiber einer
Verpackungsfirma, Großhandelsvertreter bzw. Fair­Trade­Händler und Betreiber eines Weltladens.
Nun können die einzelnen Gruppen diskutieren, wer wie viele der 72 Schokoladenstückchen bekommt. Halten Sie das
Ergebnis an der Tafel fest.
Zeigen Sie nun, wie die wirkliche Verteilung der Schokoladenstückchen bei einer herkömmlich gehandelten, „normalen“
Schokolade ist. Schreiben Sie das Ergebnis neben die geschätzten Zahlen an die Tafel.
Zeigen Sie jetzt, wie die Verteilung bei einer fair gehandelten Schokolade aussieht. Stellen Sie weitere fünf – mit den
grünen Klappkärtchen versehene – Unterteller auf den Tisch und verteilen Sie die Stückchen der fair gehandelten
Schokolade.